Чуждоезиково обучение

Методика

FÖRDERUNG DES SELBSTSTÄNDIGEN FREMDSPRACHENLERNENS

Резюме. В статията се разглежда проблемът за начините на развитие и стимулиране на самостоятелното учене в учебния процес по чужд (немски) език. Дефинира се терминът самостоятелно учене. Разкриват се основните белези на самостоятелно учещите чужд език. Предлагат се учебни концепции, които подпомагат процеса на самостоятелно придобиване на езикови знания. Дават се съвети относно изграждането на умения за самостоятелно учене.

Ключови думи: self-learning; pathways for development of foreign languages selflearning; characteristic of self-learners; concepts for stimulation self-learning in teaching a foreign language (German)

Selbsständigkeit im Lernen, bzw. Fremdsprachenlernen ist ein Ziel, das in jeder Unterrichtsstunde angestrebt werden kann. Das bedeutet, dass die Selbstständigkeit keine Voraussetzung ist, die die Lernenden mitbringen müssen, und dass es nicht damit getan ist, den Lernenden einen Freiraum für das Lernen zu schaffen (z.B. durch eigenständige Erkundigungen außerhalb des Lernraums) oder den Lernenden eine Reihe von Selbstlernmaterialien zur Verfügung zu stellen. Die Frage, wie die Selbstständigkeit, bei allen Lernenden innerhalb des Fremdsprachenunterrichts gefördert werden kann, ist eine zentrale Frage der Methodik.

I. Zur Definierung des selbstständigen Fremdsprachenlernens

Für das pädagogisch-psychologische Lehr-Lern-Konzept des selbstständigen Lernens, bzw. Fremdsprachenlernens existiert keine einheitliche Terminologie oder allgemein akzeptierte Definition. Begriffe wie: “Autonomie“, “selbstständiges Lernen“, “Selbstorganisation“, “selbstgesteuertes Lernen“, “autodidaktisches Lernen“ werden meist synonym gebraucht.

In dem Artikel wird der Begriff “selbstständiges Lernen“ verwendet. Der Begriff Selbstständigkeit markiert eine Lernform, bei der der Lernende Initiator und Verantwortlicher seiner Lerntätigkeit ist und in unterschiedlichem Ausmaß Unterstützung und Hilfe erfahren und heranziehen kann. Lernende können als selbstständig bezeichnet werden, wenn sie in Abhängigkeit von der Art ihrer Lernmotivation selbstbestimmt eine oder mehrere Selbststeuerungsmaßnahmen (kognitiver, willentlicher oder verhaltensmäßiger Art) ergreifen und den Fortgang des Lernprozesses selbst überwachen, regulieren und bewerten (Zimmermann, 1989: 330).

Wie bei anderen Formen des Lernens geht es beim selbstständigen Lernen um ein breites Verarbeiten von Informationen, Eindrücken und Erfahrungen. Der Lernende lenkt diese Verstehens- und Deutungsprozesse im Hinblick auf ihre Zielausrichtung, Schwerpunkte und Wege selbst und kombiniert flexible Lernmöglichkeiten. Das selbstständige Lernen, bzw. Fremdsparchenlernen, sucht einen Mittelweg: Es meint weder ein völlig autonomes Lernen noch eine bloße Einpassung in vorgegebene Lernarrangements. Wesentlich ist: Im Unterschied zur Außensteuerung des fremdbestimmten Lernens, zeichnet sich selbstständiges Lernen durch einen hohen Selbstbestimmungs- und Selbststeuerungsanteil aus (Konrad & Traub, 1999: 40).

II. Wege zur Förderung selbstständigen Fremdsprachenlernens

1. Typische Merkmale selbstständiger Lernenden

Selbstständige Lernende sind durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:

– Sie haben eine Lernhaltung, die für den Spracherwerb förderlich ist.

– Sie haben Einsicht in sinnvolle Arbeits-(Lern-)organisation und kennen die grundlegenden Lerntechniken zum Fremdsprachenerwerb.

– Sie beherrschen eine Menge von Kommunikationsstrategien.

– Sie verfügen über interkulturelle Gesprächskompetenzen (Rampillon, 1989: 50).

1.1. Erläuterung zur Lernhaltung

Das Verhältnis autonomer Lerner zur Zielsprache, zum Zielland und zu dessen Menschen und ihrer Kultur ist grundlegend für ihre Einstellung zum Lernprozess. Sie sind der Zielsprache und der Zielkultur gegenüber offen und bereit, Wissen über sie aufzunehmen und sich auf sie einzulassen. Zu dieser für den Fremdsprachenerwerb förderlichen Lernhaltung gehört auch die Bereitschaft, immer wieder zu versuchen, hinter das Funktionieren der Zielsprache zu kommen. Dabei beobachten sie, vergleichen, wählen aus oder verwerfen. Sie fühlen sich im Unterricht oder in der Realisation nicht durch eigene Fehler oder Sprachschwierigkeiten gehemmt.

1.2. Erläuterung zur Arbeitsorganisation und zu den Lerntechniken

Kenntnisse über eine sinnvolle und lernförderliche Arbeitsorganisation können Lernende bereits in der Grundschule erlernen. Hierzu gehört z.B. die sinnvolle Zeiteinteilung beim häuslichen Lernen, die Arbeitsplatzgestaltung zu Hause und im Lernraum, die sinnvolle Verteilung der Lerninhalte oder der Umgang mit Arbeitsmaterialien. Diese allgemeinen Lerntechniken sind für den Fremdsprachenunterricht nicht ausreichend. Die Anwendung weiterer spezifischer Lerntechniken ist notwendig, die ihnen helfen, ihren persönlichen Lernprozess vorzubereiten, und zwar bezogen auf ihre sprachlichen Kenntnisse (z.B. das Einprägen von Vokabeln oder von Grammatikkenntnissen) wie auch auf die vier Fertigkeiten (z.B. das Anfertigen von Notizen oder das überfliegende Lesen). Sie benötigen sie sowohl bei Lernprozessen während des Unterrichts wie auch beim häuslichen Lernen (Prokop, 1993:13).

1.3. Erläuterung zu Kommunikationsstrategien

Allzu oft treten in Gesprächen Pause ein, weil ein bestimmtes Wort nicht direkt zur Verfügung steht oder weil man sich einen Satz zuerst zurecht legen möchte, bevor man ihn ausspricht. In diesen Situationen hilft die Kenntnis von Kommunikationsstrategien, die die Lernenden befähigen, auch mit ihrem reduzierten Wissen Gesprächssituationen zu meistern und auftretende Kommunikationslücken zu überbrücken. Manche Lerner finden solche Strategien selber heraus; andere dagegen, die es nicht gelernt haben, über ihre Sprachlernsituation nachzudenken, resignieren gegenüber derAnforderung, den sie wissen sich nicht zu helfen. Zu den Kommunikationsstrategien gehören: Nachfragetechniken; Wortbildung; Benutzung leerer Wörter (truc, what’s-it?); Umschreibungen;Annährungen; Auslassungen; syntaktische Vereinfachungen; Themenvermeidung; Themenaufgabe; außersprachliche Kommunikation; Sprachwechsel; wörterliche Übersetzung.

1.4. Erläuterung zur interkulturellen Gesprächskompetenz

Um die autonome Anwendung der Sprache zu fördern, müssen die Lernenden wiederholt Gelegenheit erhalten, eine Gesprächskompetenz aufzubauen, die sie in die Lage versetzt, Gespräche selbstständig zu initiieren, sie in Gang zu halten oder sie zu beenden.Welche interkulturellen Gesichtspunkte dabei berücksichtigt werden müssen, ergibt sich aus der jeweiligen Zielsprache (Rampillon, 1989: 54).

Darüber hinaus charakterisieren sich die selbstständigen Lernenden durch folgende Merkmale:

– Sie bemühen eine Vielzahl von kognitiven Strategien.

– Sie planen und steuern ihr Handeln zielbewusst.

– Sie sind in der Lage, neues Wissen mit bereits beherrschtem in Beziehung zu setzen.

– Sie beobachten ihre eigenen Verstehensprozesse.

– Sie denken über den Verlauf ausgeführter Handlungen und Denkprozesse nach, ziehen Schlüsse aus dem Ergebniss ihrer Handlungen und verstehen es, ihr Wissen zu reorganisieren und umzustrukturieren.

– Sie verfügen über ein reiches, gut organisiertes Wissen, das sie bei der Lösung von Aufgaben nutzen (Nodari, 1996: 5).

Die lernpsychologischen Untersuchungen über die Selbstständigkeit im Lernen, bzw. Fremdsprachenlernen, zeigen, dass unselbstständige Lernende ebenfalls bestimmte Strategien zum Lernen einsetzen (Prokop, 1993: 16). Der Unterschied zu den Selbstständigen besteht darin, dass sie diese Strategien nicht hinterfragen, wenn sie sich als ineffizient erweisen. Unselbstständige Lernende bleiben den gelernten Vorgehensweisen treu und tendieren dazu, die Ursache für Misserfolge in der eigenen Unfähigkeit zu suchen. Verlust von Selbstvertrauen in Sachen Fremdsprachenlernen und damit Verunsicherung und Demotivation sind die möglichen Folgen.

Die Unselbstständigkeit kann aber das Resultat von Schulungskonzepten sein, bei denen Selbstständigkeit aus kulturellen oder politischen Gründen kein anzustrebendes Ziel ist. Es ist anzunehmen, das der Sinn und Zweck der Selbstständigkeit in einer stark auf Gemeinschaftlichkeit ausgerichteten Kultur, wie z.B. China, nicht eingesehen wird. Zu Lernenden gehört dort immer ein Lehrender und das Verhältnis zwischen ihnen ist kulturell klar definiert. Zudem besteht eine starke soziale Verantwortung auch für das Lernen, so dass Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Selbstevaluation gar nicht gefragt sind. Die traditionelle Vorstellung, Wissen und Können werden immer von Experten bewertet.

Hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass die Selbstständigkeit mit dem Sozialverständnis und mit dem Persönlichkeitsbild in Verbindung steht, bei denen die soziale Mündigkeit, die Eigenverantwortung und die Eigeninitiative ebenso hohe soziale Werte darstellen, wie Zivilcourage und Konfliktfähigkeit. Es besteht aber die Gefahr, dass die Selbstständigkeit beim Lernen, bzw. Fremdsprachenlernen nur auf Selbstlernen reduziert wird und damit auf Isolation des Lernenden, Antagonismus und asoziales Verhalten. Dieser Gefahr muss entgegengewirkt werden, indem die Selbstständigkeit nicht nur mit effizienterem Lernen, sondern immer auch mit der Entfaltung der Persönlichkeit und mit Lernen im sozialen und kulturellen Austausch in Verbindung gebracht wird (Nodari, 1996: 6).

2. Unterrichtskonzepte, die von Lernenden Selbstinitiative und Reflexion fordern

Festzustellen ist, dass die Förderung der Selbstständigkeit mit folgenden Aspekten im Zusammenhang steht.

2.1. Die optimale Orientierung im Lehr-/Lerngeschehen, z.B. durch Lektions- und Wochenpläne, explizite Lehrziele, explizite Minimalanforderungen, genaue Kenntnis der Lehrmaterialien (Nodari, 1996: 8).

Kennzeichnend für diesen didaktischen Ansatz ist der von Celestin Freinet eingeführte Begriff, Vorläufer der Anatomie, “die Atogestion“. Sie wird möglich, wenn folgende Fähigkeiten gefördert werden:

– die Selbstverantwortung, z.B. Arbeitsverträge abschließen, gegenüber der Lerngemeinschaft Rechenschaft ablegen in Bezug auf das Einhalten oder nicht Einhalten der eigenen Arbeitsvorhaben;

– die Selbstregulierung, z.B. durch Monats- und Wochenpläne, Planung und Reflexion der Arbeitsabläufe;

– die Selbstbewertung, z.B. anhand von Übungsmaterial mit Lösungsschlüsseln, Eigenbewertung, Gruppenevaluation (Dietrich, 1995: 39).

2.2. Die bewusste Übernahme von Verantwortungen für das eigene Lernen, z.B. durch Wahlmöglichkeiten in Bezug auf Texte, Übungen, Aktivitäten, durch Selbstkorrektur und Selbstevaluation, durch explizite Lernziele, durch Lernvertäge. Dieser Einbezug der Lernenden in die unterrichtsrelevanten Entscheidungsprozesse und damit verbundene Übertragung von Verantwortungen haben folgende Konsequenzen:

– Die Ziele, die Inhalte und die Vorgehensweisen sind den Lernenden nicht nur bekannt, sondern sie akzeptieren sie.

– Die Lernenden orientieren sich im Unterrichtsgeschehen, denn sie wissen warum, was, wann, wo, wie behandelt wird.

– Gemeinsam Ausgehandeltes impliziert auch die Verpflichtung zur Einhaltung vor allem gegenüber der Gruppe.

2.3. Die Reflexion über das eigene Lernen, bzw. Fremdsprachenlernen, (sogenannte metakognitive Reflexion) und die Optimierung des Lernverhaltens (Zeitund Stoffplanung, Vorgehensweisen, Lerntechniken, Einrichtung der Lernumgebung)

2.4. Die Reflexion über fremde und eigene kulturelle Prägungen, z.B. über spezifische Verhaltensweisen, Redensarten, Rituale, individuelle und soziale Werte (Nodari, 1996: 8).

Tipps für selbstständige Lernende

Folgende Tipps helfen den Lehrenden bei der Entwicklung und Förderung des selbstständigen Fremdsprachenlernens. Die Lehrperson soll:

– die Lernstrategien und Lerntechniken in Fremdsprachenunterricht systematisch einzubeziehen;

– sich nicht auf Lerntechniken zu Wortschatz und Grammatik beschränken, sondern auch die Fähigkeiten berücksichtigen;

– Lernstrategien und Lerntechniken integrative vermitteln, d.h. sie im Unterricht thematisieren;

– den Lernenden Gelegenheit anbieten, sich über die individuellen Lernweisen auszutauschen und gegebenfalls voneinander zu kernen;

– Zeiten in den Fremdsprachenunterricht einzubauen, in denen Lerntechniken angewandt und geübt werden können;

– den Lernenden Erinnerungshilfen für die Anwendung von Lernstrategien und Lerntechniken durch, z.B. Übersichtstafeln, Merkblätter geben;

– den Lernenden zeigen, dass auch die Lehrenden Lernstrategien und Lerntechniken verwenden und wie sie sie anwenden;

– für die Vermittlung von Lernstrategien und Lerntechniken auch die Fachkollegen einbeziehen. Dieselben Lernstrategien können z.B. im Englisch- und im DaFUnterricht angewandt werden.

– eine (unterrichtsinterne) Fortbildung zum Thema “Das Lernen lernen“ anregen (Rampillon, 1991: 8).

III. Schlussbemerkung

Der Schritt zum selbstständigen Fremdsprachenlernen selbst wird beeinflusst von der Tatsache, wie die Lehrperson im Unterricht mit dem Lerninhalt und den Vorgehensweisen umgeht. Selbstständigkeit heißt nicht zuletzt auch, dass der Lernende seinen Lernprozess in die eigenen Hände nehmen will. Leitfragen in diesem Zusammenhang sind: Welche Inhalte, Lernhandlungen, Materialien aus dem gewählten Thema verlangen ein sozial kommunikatives Lernen? Was eignet sich in Bezug auf das gewählte Thema, um das methodisch-strategische Lernen zu fördern? Welche Unterrichtsform eignet sich für ein bestimmtes affektives Ziel? Was sollen die Lernenden inhaltlich-fachlich lernen? In welchen Sequenzen übertrage ich als Lehrperson den Lernenden die Verantwortung? Was tue ich, damit sich die Lernenden optimal im Lehr-/Lerngeschehen orientieren können? Wann und wie sind metakognitive Reflexionen vorgesehen? Wann und wie baue ich interkulturelle Reflexionen ein?

LITERATUR

Bastian, J. & Merziger, P. (2007). Selbstreguliert lernen. Konzept-BefundeErfahrungen. Pädagogik. (H.7/8, s.7 – 11).

Bimmel, P. & Rampillon, U. (2000). Lernerautonomie und Lernstrategien. München.

Dietrich, I. (Hrsg.). (1995). Handbuch Freinet-Pädagogik. Eine praxisbezogene Einführung. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

Fink, M. & Gänger, S. (2008). Lernberatung online. Selbstständiges Lernen mit einem ePortfolio. Pädagogik. (H. 9, s.14 – 17).

Konrad, K. (2003). Wege zum selbstgesteuerten Lernen. Vom Konzept zur Umsetzung. Pädagogik. (H. 5, s.14 – 17).

Konrad, K. & Traub, S. (1999). Selbstgesteuertes Lernen in Theorie und Praxis. München.

Nodari, Cl. (1996). Autonomie und Fremdsprachenlernen. Fremdsprache Deutsch. Sondernummer. München: Klett und Goethe-Institut. (s.4 – 10).

Prokop, M. (1993). Lernen lernen – aber ja! Aber wie? Klassifikation von Lernerstrategien im Fremd- und Zweitsprachenunterricht. Fremdsprache Deutsch, 8 . Lernstrategien. (H 1, s.12 – 18).

Rampillon, U. (1991). Fremdsprachen lernen – gewusst wie. Der Fremdsprachliche Unterricht – Englisch: Lerntechniken. (H. 2, s.8 – 10).

Rampillon, U. (1989). Strategien zum erfolgreichen Fremdsprachenlernen von SchülerInnen der Sekundarstufe I. Autonomes und partnerschaftliches Lernen. Modelle und Beispiele aus dem Fremdsprachenunterricht. Müller, M.,Wertenschlag, L. & Wolff, J. (Hrsg.). München: Max Hueber Verlag.

Schnack, J. & Timmermann, U. (2008). Kernkonzept Selbstständigkeit. Pädagogik. (H.9, s. 6 – 9).

Zimmermann, B.J. (1989). A Social Cognitive View of Self-regulatedAcademic Learning. Journal of Educational Psychology. (Vol. 81, s.329 – 339).

Година XL, 2013/6 Архив

стр. 785 - 790 Изтегли PDF