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Рецензии и анотации

EINFÜHRUNG IN DIE LINGUISTIK UND IN DIE SPRACHWISSENSCHAFTLICHE BOHEMISTIK Mareš, P. (2014) Úvod do lingvistiky a lingvistické bohemistiky. Praha: Univerzita Karlova v Praze. Nakladatelství Karolinum. 66 Seiten. ISBN: 978-80-246-2640-6 (online: pdf)

Der Bohemist und Sprachwissenschaftler Petr Mareš, Professor an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag am Lehrstuhl für tschechische Sprache und Kommunikationstheorie (Ústav českého jazyka a teorie komunikace), gibt mit seiner Studie einen kurzen Abriss über die Wesenszüge einiger sprachwissenschaftlicher Termini im Umfang von acht Kapiteln vor. Die Publikation ist in erster Linie für Studenten der Bohemistik im ersten Studienjahr konzipiert (S. 7).

Im einleitenden Teil (Lingvistika a jazyk) werden neben der Bedeutung der Bohemistik als Einstieg grundsätzliche Aspekte erläutert, so etwa die typologische Klassifikation und Besonderheiten von Sprachen sowie der Gegenstand von Lexikon und Grammatik (10–15). Das zweite Kapitel (Výzkum jazyka a jazyková data) stellt einige Möglichkeiten zur Erforschung und Modellierung von Sprache vor, von denen insbesondere Korpusanalysen als weitreichende Informationsquellen besprochen werden („Korpusy poskytují velmi rozsáhlé soubory jazykových dat a mají široké možnosti využití, na druhé straně je však nutno počítat i s tím, že mají své meze“, S. 22). Der nächste Unterpunkt ist der Reflexion über Sprache gewidmet (Myšlení o jazyce a vývoj lingvistiky). Es werden Eckdaten genannt, die von der ersten Philosophie zur Sprache überhaupt bis zu heute relevanten Themen reichen. Trotz der langen Beschäftigung mit theoretischen Fragestellungen konstituierte sich die Sprachwissenschaft als vollwertige Disziplin im Wesentlichen erst im 19. Jahrhundert (S. 26). Im vierten Kapitel skizziert der Verfasser die Herausbildung des historisch-vergleichenden linguistischen Ansatzes (Historickosrovnávací přístup k jazyku. Genetická klasifikace jazyků a jejich vývoj). Vor allem die kontrastive Untersuchung der Grammatik sowie die Kanonisierung der indoeuropäischen Familie spielen in diesem Rahmen eine entscheidende Rolle (S. 30 – 32). Daher gestaltet sich der Übergang zum fünften Abschnitt (Typologický přístup k jazyku) mit einer typologischen Zuordnung unterschiedlicher Sprachen als besonders wichtig. Hier wird aufgezeigt, warum Klassifikationsprinzipien sinnvoll sind und welche konkreten Merkmale sich in flektierenden und anderen Systemen erkennen lassen (S. 36–39). Im sechsten Kapitel (Strukturální přístup k jazyku) präsentiert der Autor die Grundzüge des Strukturalismus, das Sprachverständnis nach Ferdinand de Saussure sowie die Signifikanz der Prager Schule für die Erforschung der Sprachstruktur („Propracovávání pojmu jazykový systém a popis struktury jazyka jsou spjaty především s tzv. Pražskou školou, která představuje jeden z hlavních směrů strukturální lingvistiky“, S. 46). Der Abschnitt sieben stellt die generative Forschung vor (Generativní přístup k jazyku) und verdeutlicht die wesentlichen Auffassungen nach Noam Chomsky und Petr Sgall (S. 56 – 58). Im letzten Kapitel werden angrenzende Bereiche und pragmatische Strömungen umrissen (Pomezní lingvistické disciplíny a komunikačně pragmatický obrat). Insbesondere die Kommunikationsmodelle in Anlehnung an Karl Bühler und Roman Jakobson stehen im Vordergrund, aber auch Forschungsfelder wie etwa Psycholinguistik, Soziolinguistik und kognitive Linguistik werden berücksichtigt (S. 61 – 65).

Es bleibt schließlich festzuhalten, dass das vorliegende Material von Petr Mareš als ein hilfreicher Abriss zu Grundsätzen der Linguistik und der Bohemistik verstanden werden kann. Alle, die sich für ein sprachwissenschaftliches Studium entscheiden und ihre Kenntnisse zur theoretischen Verortung der tschechischen Sprache ausbauen möchten, können von der Lektüre nachhaltig profitieren.

Година XLV, 2018/2 Архив

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