Рецензии и анотации
BEGRIFFLICHKEITEN UND SCHWERPUNKTE IN DER PRAGMATISCHEN UNTERSUCHUNG VON SPRACHE
Grębowiec, J. (2013). Mówić i działać. Wykłady z pragmatyki języka.
Acta Universitatis Wratislaviensis, № 3479. Wrocław: Wydawnictwo Uniwersytetu Wrocławskiego. 127 Seiten. ISBN: 978-83-229-3367-1
Der Polonist, Kulturtheoretiker, Medienwissenschaftler und Lektor an der Universität Wrocław Jacek Grębowiec legt mit seiner Studie einen kurzen Überblick über die grundlegenden Begrifflichkeiten und Schwerpunkte in der pragmatischen Untersuchung von Sprache in neun kleinen Kapiteln vor. Im einführenden Abschnitt (Od autora) erklärt er, was ihn zum Verfassen der Monographie bewegt hat: Die Bedeutung der Pragmalinguistik als wichtiges Instrument für Journalisten und für angehende Spezialisten im Bereich der interkulturellen Kommunikation (S. 7). Im zweiten Teil (Czym zajmuje się pragmatyka języka?) werden die Grundzüge der Forschungstradition dargelegt, so etwa eine optimale Verwendung situationsbezogener Sprachnutzung, um bestimmte kommunikative Ziele zu erreichen, aber auch die Bedeutung der Sprechakte als ein zentrales Interessengebiet (S. 12). Es werden wesentliche Standpunkte von Grice, Leech, Bobrowski und anderen Vordenkern aufgegriffen und anhand von Überschneidungen zwischen Pragmatik und Semantik sowie kontextueller Sprachverwendung erläutert (S. 15–23, wobei der Autor in Anlehnung an M.-A. Parveau und G.-É. Sarfati davon ausgeht, dass prinzipiell vier Kontexttypen zu unterscheiden seien, vgl. S. 21). Im dritten Kapitel wird dem Leser die Sprechakttheorie nach J. L. Austin vorgestellt (Podstawy teorii aktów mowy), in der zum einen auf die Unterschiede zwischen performativen und konstativen Sprechakten, zum anderen auf die Begriffe Lokution, Illokution und Perlokution eingegangen wird (S. 33–47). Die Erweiterungen der Illokutionsakte durch J. R. Searle werden ebenso umrissen (S. 44). Der vierte Teil widmet sich den Konversationsmaximen und der Impliziertheit (Maksymy konwersacyjne i implikatury). Nach einer knappen thematischen Hinleitung wird der Zusammenhang zwischen sagen und implizieren dargestellt. Auch hier verdeutlicht der Autor erneut die Klassifikationsprinzipien nach H. P. Grice, geht aber gleichermaßen auf den kommunikativen Nutzen ein, der sich aus der Anwendung von Implikationen ergeben kann (S. 74 – 82). Im fünften Abschnitt thematisiert der Verfasser die Pragmatik der Höflichkeit (Pragmatyka grzeczności). Der Leser erfährt von unterschiedlichen Kommunikationsrastern, in denen Höflichkeit aus linguistischer Perspektive systematisiert und strategisch implementiert wird sowie von ihrer tagtäglichen Anwendung innerhalb unterschiedlicher Gesprächssituationen (S. 85 – 105). Es werden typologische Klassifikationen und Maxime nach R. Lakoff und G. Leech diskutiert, die dem Beobachter die Übersicht erleichtern (S. 86–88). Anschließend kommentiert der Autor in einem Kapitel die Bedeutung von Präsuppositionen (Presupozycje), deren Anwendungsbereich er für ausgesprochen umfangreich hält („O zjawisku presupozycji można pisać właściwie bez końca“, vgl. S. 106). Dementsprechend sind sie sehr komplexer Natur, weshalb sich ihre Charakteristika nicht nur typologisch einordnen lassen, sondern auch manipulativ appliziert werden können (S. 113 – 121). Es folgen schließlich ein kleines thematisches Wörterbuch zu grundlegenden Begrifflichkeiten der Pragmalinguistik (Słowniczek podstawowych terminów pragamlingwistycznych, S. 122 – 124), eine Bibliographie (Bibliografia, S. 125 – 126) und ein englischsprachiges Resümee (S. 127).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die hier aufgezeigte Monographie von Jacek Grębowiec als ein lesenswerter kurzer Abriss zu pragmalinguistischen Grundzügen betrachtet werden kann. Die wesentlichen Problemstellungen werden erfasst und an verständlichen Beispielen illustriert, darüber hinaus gestaltet sich das Wörterbuch am Ende des Werkes als hilfreich für den Adressaten. Somit ist die vorliegende Publikation gleichermaßen für Sprachwissenschaftler als auch für Kommunikationswissenschaftler interessant.
LITERATUR:
Fleischer, M. (2012). Typologia komunikacji. Łódź: Primum Verbum.
Kalisz, R. (1993). Pragmatyka językowa. Gdańsk: Uniwersytet Gdański.
Kuße, H. (2012). Kulturwissenschaftliche Linguistik. Eine Einführung. Göttingen: UTB.